Anzeichen eines Traumas

 

Ein Trauma ist oft das Ergebnis einer überwältigenden Menge an Stress aus einer Situation, die die Fähigkeit der Bewältigung übersteigt. Das müssen jedoch nicht immer die viel zitierten Naturkatastrophen oder gar Kriege sein, mögliche Ursache sind uns oftmals viel näher, als uns zunächst bewusst ist. Dies kann der Tod eines geliebten Menschen, das Ende einer Beziehung oder die Ablehnung durch einen geliebten Menschen sein.

 

Manche Menschen versuchen aber zunächst, die tiefe Verletzung und Erschütterung so gut es geht zu kaschieren. Sie verhalten sich so, als wäre alles gut, obwohl dies gar nicht der Wirklichkeit entspricht. Man spricht dann von einer Unterdrückung.

 

Dies ist jedoch keine positive, gesunde Art, mit einem erlebten Trauma umzugehen. Denn dann ist es ein wenig wie bei einem Schwelbrand. Er glüht lange unbemerkt unter der Oberfläche und zerfrisst dadurch unbemerkt alles. Wenn man schließlich die Flammen hervorschlagen sieht, steht man eigentlich bereits einer Katastrophe von größeren Ausmaßen gegenüber.

 

Deshalb ist Unterdrückung bzw. Verdrängung niemals eine gesunde Art und Weise, mit Problemen umzugehen. Es kann zudem ausgesprochen schwer sein, ein verdrängtes Trauma anzuerkennen, insbesondere in uns selbst. Dennoch leidet man offensichtlich an PTBS – ohne allerdings den Grund dafür zu kennen.

 

Es gibt jedoch einige Faktoren, die darauf hindeuten könnten. Wenn du dich in den folgenden Punkten wiedererkennst, lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen.

 

Es handelt sich dabei vor allem um die folgenden:

 

Geringes Selbstwertgefühl:

 

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie Traumata dein Selbstbild verzerren können, normalerweise, wenn es auf deinen frühkindlichen Erfahrungen beruht. Vernachlässigung und Verlassenheit können dich veranlassen, dein Selbstwertgefühl infrage zu stellen. Studien haben gezeigt, dass Patienten mit PTBS ein sehr geringes Selbstwertgefühl und auch ein allgemeines Gefühl der eigenen Wertlosigkeit haben können.

 

Widerstand gegen positive Veränderungen:

 

Wenn du positive Veränderungen in deinem Leben nicht mehr annehmen kannst, sondern dich automatisch beschämt oder schuldig fühlst und auch keinen Grund siehst, dich zu freuen, kann dies ein Anzeichen eines traumatischen Erlebnisses sein. Wenn du dich gar widersetzt, weil du das Gefühl hast, dass du kein Glück verdienst, ist dies ein Alarmsignal.

 

Du traust dich nicht, um Hilfe zu bitten:

 

Hast du Probleme, mit anderen Menschen zu reden und dich engen Freunden und Familienmitgliedern gegenüber zu öffnen, um zu erzählen, was mit dir passiert ist? Das Erleben von Formen der Misshandlung kann leicht zu einem Kampf führen, um Hilfe zu bitten. Menschen, die leiden, würden lieber für immer schweigen und alle Gefühle in sich unterdrücken, aus Angst, anderen gegenüber ihre Verletzlichkeit einzugestehen. Sie fürchten oft die Ablehnung oder das Urteil anderer, weil sie ihren Mitmenschen gegenüber nicht schwach erscheinen wollen.

 

Angst vor dem Scheitern:

 

Angst vor dem Scheitern ist normal, das haben wir eigentlich alle hin und wieder. Deshalb ist dies erst einmal kein Grund zur Sorge. Wenn du jedoch eine überstarke Angst vor dem Scheitern entwickelst, kann dies extrem ungesund sein. Du verpasst jede Menge Möglichkeiten im Leben und beeinträchtigst dadurch deine Kreativität, aber es kann auch zu allgemeiner Verunsicherung führen. Die Angst, nicht immer der/die Beste zu sein, kann dir durch ein ungelöstes Trauma vermittelt werden, das dazu führen kann, negative Überzeugungen von sich selbst zu haben und dieses Selbstbild zu manifestieren.

 

Starke Angst vor Erfolg:

 

Alternativ kann die Unterdrückung von Traumata auch zu einer starken Angst vor Erfolg führen. Hältst du dich zurück, etwas zu erhalten, was du eigentlich willst, weil du dich davor eigentlich fürchtest? Befürchtest du, dass es mit negativen Konsequenzen verbunden ist, wenn du erfolgreich bist und aus der Menge herausstichst? Die Angst kann deine Chancen sabotieren, überhaupt zu beginnen und den Weg zum Erfolg zu beschreiten. Dies ist typisch für diejenigen, die ein Trauma in jungen Jahren erlebt haben. Hier ist dies eine verbreitete Ausprägung der PTBS.

 

Du planst alles durch:

 

Möchtest du die Kontrolle behalten über all das, was du tust? Frustrationen entstehen, wenn die Dinge nicht so laufen, wie du willst? Dies kann auf einer traumatischen Erfahrung beruhen, bei der du dich verletzt und hilflos gefühlt hast. Infolgedessen verwaltest du alles im Mikromanagement, um sicherzustellen, dass die Dinge stets so laufen, wie sie sollen. Dadurch minimierst du die Wahrscheinlichkeit, dass Dinge außer Kontrolle geraten. Du fragst dich ständig, ob etwas schief gehen würde oder was passiert, wenn etwas fehlschlägt. Das kann bis zu einer regelrechten Handlungsunfähigkeit gehen. Dies zeigt, dass du sowohl dich selbst als auch der Welt misstraust.

 

Konzentrationsschwierigkeiten:

 

Traumata haben eine Menge psychologischer Auswirkungen, und es ist nicht ungewöhnlich, dass Opfer Zeiten haben, in sie sich kaum konzentrieren können. Wenn du Gedächtnisstörungen hast oder es schwierig findest, einen Gedankengang aufrechtzuerhalten, könnte dies ein Hilferuf deiner Seele an dich selbst sein. Dein Verstand ist zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt und blockiert sich daher selbst.

 

Sich selbst oder andere verletzen:

 

Bei intensiven Emotionen schlagen traumatisierte Menschen vielfach unvermittelt auf andere ein, oder sie schieben ihre Liebsten weg und isolieren sich. Verletzungen durch nicht geheilte Traumata können oft dazu führen, dass du dich selbst und die Menschen um dich herum unbeabsichtigt verletzt. Diese Leute wollen dir nur helfen, aber du schließt sie immer wieder aus.

 

Foto von Julia Taubitz auf Unsplash

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